Durchblutung bei Hochdruck- und Normaldruckglaukom

Senkung des retinalen Venendruckes

Im Kapitel über die Ursachen der Durchblutungsstörungen beim Glaukom haben wir auch den erhöhten retinalen Venendruck besprochen. Dort finden sie auch ein Video über Ursachen, Folgen und die Behandlung eines hohen retinalen Venendruckes. Lange Zeit nahmen die Forscher an, dass der retinale Venendruck gleich hoch sei wie der Augendruck. Als dann einige Kliniker erkannt hatten, dass dieser Venendruck recht oft höher ist als der Augendruck, haben sie dem keine klinische Bedeutung beigemessen, dies in der Annahme, es habe keine therapeutische Konsequenz. Man ging nämlich davon aus, dass der Venendruck in diesen Fällen aus mechanischen Gründen erhöht sei. Flammer und seine Mitarbeiter haben als erste gezeigt, dass der Venendruck pharmakologisch in den meisten Fällen mindestens teilweise gesenkt werden kann. Damit war auch belegt, dass es sich nicht um ein rein mechanisches Problem handelt.
The effect of nifedipine on retinal venous pressure of glaucoma patients with the Flammer-Syndrome Fang et al. haben gezeigt, dass Kalzium-Kanal-Blocker den retinalen Venendruck bei Glaukom-Patienten signifikant senken. Dieser Effekt war ausgeprägter bei Glaukom-Patienten mit Flammer-Syndrom als bei Glaukom-Patienten ohne Flammer-Syndrom. Das ist nicht ganz überraschend. Denn in früheren Studien haben Flammer und Mitarbeiter gezeigt, dass der retinale Venendruck v.a. durch Endothelin reguliert wird. Patienten mit Flammer-Syndrom haben im Mittel einen leicht höheren Endothelin-Spiegel und Kalzium-Kanal-Blocker reduzieren den Endothelin-Effekt.
Retinal Venous Pressure Devogelaere hat gezeigt, dass auch OcufolinR den retinalen Venendruck senkt. Ocufolin ist ein Vitamin-Präparat welches L-Methylfolat enthält, die aktive, bioverfügbare Form der Folsäure. Ocufolin hat, soweit bekannt, keine unerwünschten Nebenwirkungen, im Gegenteil, zusätzliche erwünschte Effekte. Unter anderem senkt es sehr effizient den Homocystein-Wert im Blut.
The Effect of Borage on Retinal Venous Pressure of Healthy Subjects with the Flammer Syndrome Running Title: Borage and Retinal Venous Pressure Dem Borretsch-Tee, welcher v.a. im Iran häufig getrunken wird , werden viele positive medizinische Wirkungen zugesprochen. Borretsch wirkt über viele verschiedene Mechanismen. Es hat einen antioxidativen, einen Kalzium-Kanal-blockierenden und einen Prostaglandin-E1- bildenden Effekt. Vahedian et al. haben gezeigt, dass nach dreiwöchiger Konsumation von Borretsch-Tee der retinale Venendruck leicht sinkt. Diese Senkung war aber nur in der Gruppe mit Flammer-Syndrom signifikant.