Durchblutung bei Hochdruck- und Normaldruckglaukom

Blutdruck und Perfusionsdruck

Die Zusammenhänge zwischen Blutdruck und Glaukom sind gut untersucht, die Ergebnisse aber leider scheinbar widersprüchlich. Denn oft wird nicht klar unterschieden, ob es um den Zusammenhang von Blutdruck und Augendruck, oder von Blutdruck und Glaukom-Schaden geht. Teilweise wurden auch nur Hypertonien gesucht und dabei Hypotonien übersehen. Vereinfacht können wir zusammenfassen: Ein hoher Blutdruck erhöht das Risiko für einen höheren Augendruck und ein tiefer Blutdruck erhöht das Risiko, dass bei einem gegebenen Augendruck ein Schaden auftritt oder fortschreitet. Ein tiefer Blutdruck vermindert die Augendurchblutung dann, wenn die Autoregulation gestört ist.
Systemic blood pressure in glacoma patients Die Basler Forschungsgruppe hatte schon sehr früh erkannt, dass Normaldruck-Glaukom-Patienten oft einen tiefen Blutdruck haben. Das Gleiche gilt für die Hochdruckglaukom-Patienten, bei denen der Schaden trotz gut eingestelltem Augendruck fortschreitet. Diese Studie zeigt auch, dass die vaskulären Risikofaktoren bei den verschieden Glaukom-Formen nicht grundsätzlich verschieden sind, aber die Gewichtung ist anders. Während man bei Normaldruck-Glaukom praktisch immer vaskuläre Faktoren findet, sind sie bei den anderen Glaukom-Formen weniger prominent.
Retrobulbar Blood Flow in Glaucoma Patients With Nocturnal Over-Dipping in Systemic Blood Pressure Statistisch gesehen, ist ein tiefer nächtlicher Blutdruckabfall signifikant assoziiert mit einer Verschlechterung des Glaukom-Schadens. Die Kausalität ist weniger klar. Denn diese Studie aus der Flammer-Gruppe zeigt, dass Patienten mit einem nächtlichen «Over-Dipping», am Tag einen verlangsamten Blutfluss und einen erhöhten Flusswiderstand in der Arteria ophthalmica haben. Die Verschlechterung bei solchen Patienten mit arterieller Hypotonie könnte also teilweise auch durch die allgemeine vaskuläre Dysregulation bedingt sein.